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Ich führte Regie bei drei Videos der
Doors Dance On Fire, Live At The Hollywood Bowl und The
Soft Parade. Und speziell The Soft Parade ist meine Widerlegung
von Oliver Stone er hat einen gewissen Jim Morrison verheuchelt,
und in The Soft Parade zeige ich euch den wahren Jim Morrison.
(15)
Jim und ich besuchten die Filmschule an
der UCLA und wir machten beide die Abschlußprüfung nicht wie in
Oliver Stones Film, wo Jim sagt: "Ich steige aus." Er ist nicht
ausgestiegen, sondern hat die Abschlußprüfung gemacht. Und Paul
Ferrara war dort ein Freund von uns auch ein psychedelischer Künstler und deshalb engagierten wir Paul als Kameramann und er ging mit
uns auf Tournee und drehte eine Menge Filmmaterial, und von daher
stammt das ganze Archiv-Filmmaterial der Doors. Das war während
des Jahres 1968 und eines Teils des Jahres 1969. Es gibt da eine
nette Studioszene, man kann sehen, wie die Doors einen Song ausarbeiten.
Wenn man Musik macht, kommen nicht alle Ideen auf einmal, und fertig.
Man arbeitet aus, wer wann einsetzt, wann der Refrain kommt, wann
die Strophen kommen, wann die Soli kommen. (15)
Jedesmal wenn ich hingehe und mir diese
Sachen ansehe, kommen all die alten Erinnerungen zurück, und das
ist ein sehr emotionales Erlebnis für mich. Mir gefällt es wirklich,
diese Sachen anzusehen, aber es ist auch ziemlich traurig, weil
Jim nicht mehr da ist. Wenn ich mir diese Filme ansehe, ist da nur
ein Geist, das ist alles, was von ihm übrig ist. Diese Geisterbilder
auf dem Bildschirm. Es ist irgendwie tragisch. Dann muß ich über
diese emotionale Betroffenheit hinwegkommen und die Sachen nur hinsichtlich
des Inhalts betrachten ist dies eine gute Aufnahme, sehen hier
alle gut aus, ist dies eine seltsame Einstellung, wo schneiden wir.
Ich muß Ray Manzarek, den Keyboarder der Doors, aus der Sache heraushalten,
andernfalls ist es möglich, daß ich zu weinen anfange. Es ist tragisch,
diese jungen Männer aus den goldenen Tagen der sechziger Jahre,
diesen späten sechziger Jahren, zu sehen, als wir tatsächlich glaubten,
daß wir die Welt verändern könnten, und die Leute glaubten, daß
wir die Welt zu einem Paradies für die ganze Menschheit machen könnten.
Schwarz, gelb, braun, rot, weiß, grün, purpur es war egal, welche
Farbe deine Haut hatte. Alles was wirklich zählte, war der Inhalt
deines Herzens. Da war ein großartiger Mann, der in Washington D.C.
vor tausenden von Leuten eine Rede hielt, Martin Luther King, und
er sagte: "Ich sehe eine Zeit, in der die Menschen nicht nach ihrer
Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt werden." Und es
scheint, als hätten wir das alles verloren, unglücklicherweise.
Wir haben das Gefühl verloren, daß wir alle Brüder und Schwestern
sind. Vielleicht kriegen wir es eines Tages wieder zurück. (15)
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Die
Botschaft der Doors war Veränderung Veränderung der elementaren
Basis der Gesellschaft, Abwendung von der militärischen, industriellen,
kapitalistischen Gier. Gier ist der Killer des Kapitalismus,
das ist das, was die Sache zur Sünde macht. Was wir wollten,
war ein harmonischer Ort, an dem man in sich selbst gehen
kann und in sich hineinsehen kann und mit sich ins Reine kommen
und sich heilen kann. Das war die Botschaft der Doors. (15)
Ray
Manzarek
Los Angeles, California
16. Dezember 1991
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