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Statement von Ray Manzarek

 

Als Jugendlicher spielte ich in Rockbands, ich spielte mit meinen Brüdern, und als sie nach Kalifornien kamen, gründeten sie eine Surf-Band namens Rick & The Ravens. Wir machten ein paar Singles für Aura Records, eine Tochtergesellschaft von World Pacific. Es hätte mir gefallen, Schallplatten aufzunehmen, denn Rockmusik war damals etwas wirklich großartiges, und die Explosion der jugendlichen Rockmusik war einfach unglaublich. Aber die Chancen, als Rockmusiker leben zu können, waren gering – im günstigsten Falle. Also ging ich auf die Juristenschule an der UCLA [University of California, Los Angeles]. Ich ging zwei Wochen lang hin, und dann sagte ich: "Riesenfehler!" Dann sagte mir jemand, daß es hier eine Filmschule gibt, die wirklich gut ist, und ich dachte: "Das ist das Richtige! Perfekt!" Und genau das selbe passierte Jim Morrison unten in Florida. Er verließ Florida und kam an die UCLA, um auf die Filmschule zu gehen. Er hatte sich mit Theater und Literatur und Poesie befasst – mit Musik nicht so sehr. Jim mochte Musik, aber er hat damals noch keine Musik gemacht. Wir gingen also beide auf die Filmschule der UCLA und dort begegneten wir uns. Und der Rest ist Geschichte. Wir waren ein paar Filmstudenten, die begannen, Rockmusik zu machen. Das schien zu der Zeit eine gute Idee zu sein. (15)
    Wir betrachteten die Doors immer als Vier-Mann-Band. Jim sang, ich spielte Keyboards, Robby spielte Gitarre und John spielte Schlagzeug. Jeder von uns war wichtig. Hätte einer gefehlt, dann gäbe es die Doors nicht. Was die Doors betraf, waren hinsichtlich künstlerischer Gestaltung alle Bandmitglieder absolut gleichwertig. Das ist nicht "Jim Morrison & The Doors", Jim Morrison und seine Hintergrundband. Bei einem unserer Konzerte sagte der Ansager einmal: "Ladies and gentlemen, Jim Morrison & The Doors", und Jim schickte den Typ zurück auf die Bühne und ließ ihn sagen: "Entschuldigung – please welcome The Doors." (15)
    Die Doors improvisierten selbstverständlich, aber die Doors improvisierten nicht beim Ausarbeiten eines Songs. Das Ausarbeiten eines Songs ist ein sehr sehr schwieriger und komplizierter Prozess. Manchmal kamen die Songs ziemlich spontan und schnell, aber bei anderen Songs dauerte es eine lange Zeit, bis sie sich entwickelt hatten. Der Song Waiting For The Sun zum Beispiel erschien nicht einmal auf der LP WAITING FOR THE SUN. Wir arbeiteten an dem Song im Aufnahmestudio und hofften, daß wir ihn fertigkriegen, aber es ist uns nicht gelungen, dem Song eine richtige Gestalt zu geben, und uns allen gefiel der Titel so sehr, daß Jim sagte: "Hey, laßt uns die LP trotzdem 'Waiting For The Sun' nennen." Nun, heute, zwanzig Jahre später, versuchen wir immer noch zu erklären, warum der Song Waiting For The Sun nicht auf der LP WAITING FOR THE SUN veröffentlicht wurde. (15)
    Elektra war eine großartige Schallplattenfirma. Sie ließen uns absolute künstlerische Freiheit. Wir brachten ihnen den Film The Unknown Soldier und er gefiel ihnen sehr. Dann versuchten sie, den Film bei verschiedenen Fernsehshows unterzubringen, und alle Fernsehshows in Amerika sagten: "Das werden wir nicht zeigen! Absolut nicht! Das ist widerlich!" – wiedereinmal zensiert. Die Doors werden immer zensiert. Aber ich glaube, wir haben die Zensurbarriere schließlich überwunden. Ich glaube, wir dürfen schließlich im Fernsehen gezeigt werden. Es hat nur 25 Jahre gedauert. (15)

 
     
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