Seite 3 von 4 Meinungen zum Film
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Ray Manzarek: Es gibt zwei Doors-Mitglieder, die mit diesem Film nicht das Geringste zu tun haben: Jim Morrison und Ray Manzarek. Dieser Film ist ein jämmerliches Porträt eines Alkoholikers und zeigt nicht den Jim Morrison, den ich kannte. Es gibt sehr wenige Szenen in dem Film, wenn überhaupt welche, die seine lyrische oder musikalische Genialität reflektieren. Jim war ein Intellektueller, ein Poet und ein Künstler. Die Doors waren eine Band, die versuchte, eine transzendente Verbindung zwischen vier Individuen herzustellen. Nichts davon ist in dem Film. (1)
    Als ich zum erstenmal das Drehbuch von Oliver Stones Film las, dachte ich: Das ist schrecklich. Das ist lächerlich. Das sind nicht die Doors. Das ist eine Mischung aus The New York Dolls und Aerosmith. Das ist so, wie es in den Jahren 1977, 1978 war. Das ist eine besoffene Heroin-Band. Wir waren keine Heroin-Band. Die Doors waren psychedelisch. In jener Zeit ging kein Heroin herum. Dies ist übertrieben, überzogen, überbesoffen. Also, Jim trank, aber mein Gott – das hier ist Wahnsinn. (15)
    Ich redete mit Oliver Stone. Ich redete und redete und redete. Aber er wollte nicht hören, und er verstand nichts. Vielleicht war sein Intelligenzquotient nicht hoch genug, um die wahre Geschichte der Doors zu begreifen. Ich weiß, wie der Film hätte werden müssen! (1)
    Als ich die fertige Fassung des Films sah, bestätigte sich alles, was ich dachte, als ich das Drehbuch las. Die erste halbe Stunde des Films ist gut. Man denkt: "Ah, das wird ziemlich gut werden." Aber dann geht der Film total den Bach runter und Jim ist besoffen und besoffen und besoffen und trinkt ständig aus einer Flasche, befindet sich auf einem schlechten LSD-Trip und streitet mit der Band und streitet mit jedermann, springt aus Fenstern. Ich sitze da und sehe mir diesen Film an und denke: "Ich wäre nie in einer Band mit diesem Wichser. Ich wäre nach sechs Monaten ausgestiegen. Warum bin ich in dieser Band mit diesem Idioten? Was für ein schrecklicher Mensch! Nun bring diesen Typ endlich um! Wer ist dieser Drecksack?"
    Die Musik hörte sich gut an – Paul Rothchild hat hervorragende Arbeit geleistet. Die Kinematographie war gut. Val Kilmer war relativ gut. Die beiden Typen, die John und Robby spielten, waren gut. Besonders Frank Whaley als Robby Krieger war hervorragend. Er hat Robby wirklich perfekt gespielt. Kyle MacLachlan, der mich spielte, war ein bißchen steif, ein bißchen hölzern, ein bißchen zu zurückhaltend. Und Meg Ryan war nicht Pam. Überhaupt nicht. In keinster Weise. Da stimmte überhaupt nichts. Und die Geschichte, die Oliver Stone erzählt – macht der Witze, Mann? Das sind nicht die Doors, das ist nicht psychedelisch, das sind nicht die sechziger Jahre!
    Wenn man die Doors porträtiert, braucht man keine Szenen zu erfinden. Nun, das ist eine lange Geschichte, was wahr ist und was nicht, aber warum Oliver Stone sich entschloß, das zu tun, werde ich im Leben nie begreifen. Das geht mir nicht in den Kopf. Warum erfindet der Geschichten über die Doors? Warum denkt der sich Szenen aus? Dafür gibt es keinen Grund. Die Fernsehwerbung mit dem Auto – die hat es nie gegeben. Jim wirft einen Fernseher nach mir – das ist nie geschehen. Jim Morrison hätte nie einen Fernseher nach mir geworfen! Jim schließt Pam im Wandschrank ein und zündet ihn an – das ist nie geschehen. Die Kindergeburtstagsparty am Schluß, während der er ohnmächtig wird – was für eine Party war das? Das ist nicht sein Kind. Er hatte keine Kinder. Es ist eine Party für Rays und Dorothys Tochter – Princess. Wir hatten keine Tochter! Es ist absurd.* Die "Tote-Ente-Party" – die hat nie stattgefunden. Das soll nach der Hochzeit von Ray und Dorothy gewesen sein. Ray und Dorothy heirateten in der City Hall, und Jim und Pam waren Brautführer und Brautjungfer. Und nach der Hochzeit gingen wir in ein Restaurant. Es war an einem schönen, warmen Wintertag, am 21. Dezember 1967. Am Tag nach unserer Hochzeit spielten wir mit Greatful Dead im Shrine Auditorium. Und es war wundervoll. Stattdessen hat sich Oliver Stone dazu entschlossen, eine Art verrückte Szene zu erfinden, mit Jim auf einem schlechten LSD-Trip. Schlechter LSD-Trip – das ist die richtige Bezeichnung für den gesamten Film. Hier läßt Oliver Stone die Hosen runter und zeigt genau, was er verstanden hat: Er weiß nicht, wovon er redet. Mann, dieser Film hat mich zur Weißglut gebracht! Und speziell macht er mich wütend wegen Jim. Jim ist nicht hier. Wenn Jim hier wäre, würde er Oliver Stone zerfetzen. "Komm her, Schwanzlutscher," würde er zu ihm sagen, "das ist miserabel. Das ist keine Kunst. Das ist kein guter Film. Das ist überhaupt kein Film." (15) (1)

* Dies war eine Party von Agnes Vardas und Jaques Demys Tochter Rosalie, die in Paris stattfand und die Oliver Stone kurzerhand nach Los Angeles verlegte.

 
     
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