Seite 2 von 4 Meinungen zum Film
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Oliver Stone: Der wahre Jim Morrison ist in meinem Film nicht zu sehen. Der Film ist kein Tatsachenbericht, sondern ein Gedicht von mir, Jim gewidmet. Der Charakter meines Films ist etwas metaphorisch, und er wird vorangetrieben durch die Poesie und die Songs. Wir wollten eine halluzinatorische Stimmung, wie eine Art Traum, den man durchschreitet. (8)

Danny Sugerman: Dies ist der beste Rockmusikfilm, der je gemacht wurde. Macht euch auf etwas gefaßt, denn ihr habt noch nie einen Film wie diesen aus Hollywood kommen sehen. (10)

Robby Krieger: Oliver Stones Film ist wahrscheinlich das beste Rockmusik-Video, das je gemacht wurde. Die Darstellung der Charaktere stimmte absolut nicht, aber mir gefiel er wegen der Konzertszenen. Ich finde, sie haben eingefangen, wie es war, bei einem Doors-Konzert dabeizusein. In etwa. Ich meine, nicht exakt. Aber ich glaube, man kriegt davon einen viel besseren Eindruck als von all unseren Videos. Es scheint, daß wir jedesmal schrecklich spielten, wenn wir ein Video machten oder einen unserer Auftritte filmten, weil wir wußten, daß Kameras auf uns gerichtet sind. Von den Doors gibt es keine wirklich guten Konzertfilme. (11) (12)

John Densmore: Oliver Stones Film ist gut. Ich war an seiner Entstehung beteiligt – vom ersten Entwurf bis zum fertigen Drehbuch – und ich steuerte alle Detailinformationen dazu bei. Als ich mein Buch schrieb, nahm ich das, was ich wollte, und Oliver Stone nahm das, was er wollte, und er ließ weg, was er wollte. Es war ein Kampf, aber das, was schließlich dabei herauskam, ist ziemlich gut, meine ich. (9)

Val Kilmer: Olivers Sicht der Dinge ist 'Titten und LSD'. (6)

Paul Rothchild: Alle Aspekte von Jims Persönlichkeit sind in dem Film dargestellt. In welchem Maße, hängt vom Standpunkt der einzelnen Leute ab. Der sanftere Jim, der Gentleman Jim – vielleicht hätte man davon ein bißchen mehr zeigen sollen. (4)

Robby Krieger: Alles in dem Film basiert auf der Wahrheit – zumindest auf dem, was die Leute als Wahrheit bezeichnen. Aber jeder, der Jim kannte, erzählt eine andere Geschichte, hat einen anderen Blickwinkel, und ob nun alle die Wahrheit sagen oder nicht – wer weiß das schon? (3)

Jerry Hopkins: Ich habe gemischte Gefühle, was Oliver Stones Sicht von Jim betrifft. Ich glaube, Val Kilmers Darstellung von Jim war so perfekt wie es nur ging. Er war äußerst überzeugend. Die Kinematographie war gut und die Konzertszenen haben mich wirklich in die sechziger Jahre zurückversetzt. Sie waren die meiste Zeit ziemlich realistisch. Die Biographie selbst war nicht realistisch. Ungefähr 40 Prozent der Szenen sind frei erfunden, die Chronologie wurde ignoriert und Charaktere wurden verschmolzen. Jim hat sich immer gut benommen, selbst wenn er besoffen war. Er war ein Gentleman. Wahrscheinlich der ausdrucksstärkste und intelligenteste Künstler, den ich jemals traf – zumindest in der Rockkategorie. Er hatte ein Gespür für Selbstironie. Viele Aspekte seiner Persönlichkeit waren nicht in dem Film zu sehen.
    Ich sah mir den Film dreimal im Kino an. Als ich das Kino verließ, standen einmal ein paar Leute in der Nähe und ich hörte jemanden sagen: "Ich konnte es einfach nicht erwarten, daß dieser Hurensohn abkratzt." Obwohl ich sicher bin, daß der Film viele neue Leute auf die Musik der Doors gebracht hat, beunruhigt mich die Tatsache, daß diese Leute glauben, daß das alles war, was Jim Morrison darstellte. Der Film ruft in mir gemischte Gefühle hervor. (13)

Joe Russo (Sänger der Doors-Tribute-Band The Soft Parade): Der mittlerweile verstorbene Bill Graham, einer der Produzenten des Films, trat im Fernsehen auf und entschuldigte sich bei Jim Morrisons Familie und bei Jims Fans, weil er sein Versprechen nicht gehalten hatte, daß er es nicht erlauben würde, daß der Film so ausfällt, wie er ausgefallen ist. Ich habe Film studiert und halte mich für etwas kompetent, was Filmemachen und Filmtheorie betrifft. Ein Film ist nur so gut wie sein Drehbuch. Das Drehbuch von THE DOORS hätte man auf den Müll werfen und neu schreiben sollen. Kein Regisseur hätte mit diesem Drehbuch einen guten Film machen können. Da Oliver Stone Co-Autor des Drehbuchs war und Regie führte, richtet sich meine Kritik hauptsächlich gegen ihn. Ich meine, er trifft den Punkt überhaupt nicht. Die ganze Exzessivität überdreht die Szenen bis zu einem Punkt, an dem der Film beinahe zur Parodie wird. Die übrigen Hauptdarsteller in dem Film scheinen nur dazu da zu sein, um den Morrison-Charakter auf seinen nächsten Trip zu bringen. Es ist einfach keine Wechselwirkung zwischen den Schauspielern vorhanden. Da ist John Densmore: Empört und verbittert. Robby Krieger: Unscheinbar und ehrfürchtig gegenüber Morrisons Persönlichkeit. Ray Manzarek: Hölzern und träge. Pamela Courson: Dümmliches Blumenkind. Jim Morrison: Abscheulicher Bastard, der sich besäuft und singt. Die Charaktere haben absolut keine realistische Dimension. Das ist einfach nur Ausschweifung und Exzess für zweieinhalb Stunden.
    Ray Manzarek ist etwas Bezeichnendes widerfahren. Als er eine Vorführung des Films besuchte, saßen ein paar Mädchen in der Reihe vor ihm, die Autogramme wollten. Er sagte: "Kein Problem. Laßt uns aber erst den Film ansehen." Als der Film zuende war, hatten sie so dermaßen die Schnauze voll von den Doors, daß sie einfach gingen! Könnt ihr euch vorstellen, in Rays Haut zu stecken? Und er hatte sich von dem Film distanziert – es war nicht seine Schuld. Er hatte versucht, sich mit Oliver Stone zu arrangieren. Es dauerte zehn Jahre mit Schweiß und Blut, um die Doors auf die große Leinwand zu bringen, und sie haben es einfach versaut. (14)

 
     
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