Seite 3 von 4 Vorgeschichte
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Pamela Courson, die Jim Morrison in Paris tot auffand, gelang es später, den Status einer gewohnheitsrechtlichen Ehefrau zu erlangen. Als sie 1974 im Alter von 27 Jahren an einer Überdosis Heroin starb, erbten ihre Eltern die Hälfte des Nachlasses von Jim Morrison, der ein Viertel der Einnahmen der Doors beträgt. Morrisons eigene Eltern, die sich nie öffentlich über ihren Sohn oder seine Karriere geäußert haben, erhielten die andere Hälfte des Nachlasses.
     Die Coursons, die sich mit Oliver Stone getroffen haben, sind verständlicherweise darüber besorgt, wie der Film das Verhältnis ihrer Tochter zu Morrison darstellen wird. Obwohl Morrisons Bekannte eine Romanze beschrieben haben, die man bestenfalls mit "unstet" bezeichnen kann, glaubt Pearl Courson, daß ihre Tochter und Jim eine "tolle Liebesaffäre" hatten, und "dazu bestimmt waren, zusammenzusein."
     Zwischen den Coursons und den Doors – und Sugerman – ist keine Sympathie mehr vorhanden. Frau Courson bezeichnet Keiner kommt hier lebend raus als "Müllhalde". Sie fügt hinzu: "Ist euch klar, daß die jahrelang versucht haben, die Erben zu umgehen, um aus diesem Buch einen Film zu machen?"

Nach der Veröffentlichung von Keiner kommt hier lebend raus trafen sich Manzarek und Sugerman mit interessierten Filmemachern – manchmal ohne Zustimmung oder gar Wissen von Densmore und Krieger. Heute betonen Manzarek und Sugerman, daß sie lediglich versucht haben, Interesse an einem Morrison-Projektzu wecken. "Das Buch war nur ein Ausgangspunkt," erklärt Manzarek.
     Es war Sasha Harari, der im Jahre 1982 für 50.000 Dollar eine Option für Keiner kommt hier lebend raus erwarb. Es war ein zweischneidiges Schwert, wie er schnell merkte: Hollywood wollte den Film, die Morrison-Erben wollten ihn nicht.
     Dennoch wurden Treffen vereinbart. Harari redete mit dem Produzenten Allan Carr und dem Regisseur William Friedkin darüber, den Film bei Warner zu drehen. Sehr zum Horror von Sugerman, der sich erinnert: "Ich flehte Sasha an, Allan Carr nicht miteinzubeziehen. Ich glaubte einfach nicht, daß der Mann, der die Filme Grease und Can't Stop The Music produziert hatte, einfühlsam genug für die Geschichte der Doors wäre."
     Sugerman dachte aber, daß der damals heiße Disco-King John Travolta einen guten Morrison abgeben würde. Also stellte Sugerman ihn den Doors vor – und er und Manzarek führten Travolta in der Stadt herum und zeigten ihm die Orte, an denen sich die Doors herumgetrieben hatten. Aber die anderen Doors sträubten sich. "John war ein netter Typ und alles, aber er war zu nett. Er hatte nicht Jims gefährliche Seite," erinnert sich Krieger.
     Auch andere Filmemacher traten an Harari und die Doors heran – und umgekehrt. Unter ihnen: Jonathan Taplin, Jerry Weintraub, Aaron Russo, Irving Azoff, Michael Mann, Francis Coppola und Martin Scorsese.
     Harari ließ schließlich die Option auf Keiner kommt hier lebend raus sausen, nicht aber sein Interesse an dem Filmprojekt. 1985 gelang es ihm, die Rechte von den drei Doors zu bekommen. Dann kamen Tony Krantz und Tony Ludwig, von der Agentur CAA, auf die Idee, den Rock-Promoter Bill Graham in das Projekt miteinzubeziehen – um mit den Coursons und den Morrisons zu verhandeln. Schließlich war Graham als Henry Kissinger des Rock 'n' Roll erfolgreich. "Sie waren nicht gegen einen Film," erklärte Graham. "Sie waren gegen Ausschlachtung und Übertreibung von dem, was wirklich geschehen ist. Schließlich wurden diese Kinder von diesen Leuten großgezogen. Die Eltern wollen etwas Würde. Wir können Morrison oder Pam nicht reinwaschen, aber wir wollen sie respektieren."
     Tatsächlich wollten die Coursons etwas reinwaschen, indem sie – erfolglos – versuchten, eine Klausel einzubringen, die es untersagt hätte, darzustellen wie ihre Tochter Drogen nimmt. Eine Klausel wurde ihnen jedoch zugestanden: Es darf nicht dargestellt werden, daß Pamela Courson-Morrison irgend etwas mit Jim Morrisons Tod zu tun hat.
     Dann gibt es noch die vertraglichen Bedingungen der Morrisons: Außer in einer Schlüsselszene, die Jims Begegnung mit indianischem Schamanismus in seiner Kindheit zum Gegenstand hat, dürfen die Eltern in dem Film nicht vorkommen. Auch wollten – und bekamen – die Coursons und die Morrisons die Garantie, daß der Film keine Adaption von Keiner kommt hier lebend raus wird. Ironie der Geschichte: Die Filmemacher kauften schließlich das Recherchematerial dieses Buches von Autor Jerry Hopkins. Und Sugerman wurde für den Film als Berater engagiert.

 
     
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