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Im Gegensatz zu seinen Kollegen
wollte Keyboarder Ray Manzarek unbedingt einen Film. Zusammen mit
Danny Sugerman, Co-Autor der berüchtigten Biographie Keiner kommt
hier lebend raus, verbrachte er Jahre damit, die Sache auf die
Beine zu stellen. Manzarek, der ein Diplom in Kinematographie hat,
versuchte auch, in kreativer Weise Einfluß zu nehmen. Krieger erzählt:
"Ich glaube, Ray dachte immer, er könnte die Kontrolle darüber behalten zumindest in dem Maße, daß der Film seinen Vostellungen gerecht
wird. Und deshalb wollte er ihn unbedingt machen. Ich versuchte
immer, ihm zu sagen: 'Hey, weißt du, wenn er einmal in Hollywood
zu groß wird, dann werden wir die Kontrolle verlieren.'"
Manzarek würde gerne einen Film sehen,
bei dem die Doors im Mittelpunkt stehen, nicht deren Leadsänger.
Stone jedoch betrachtet dies klar als einen Morrison-Film, in dem
die anderen drei Doors nur eine Nebenrolle spielen. Aus diesem Grund
gab es Differenzen zwischen den beiden. Oder, wie Manzarek es darstellt,
sie diskutieren nicht, sie schreien sich gegenseitig an. Manzareks
Vorstellung? "Ich sehe den Film als eine freudige Feier der Jugend
und des Lebens. Wie einen großen, aufsteigenden Lichtbogen. Und
dann, peng, stirbt der Leadsänger in Paris. Und der Film wird zu
einer amerikanischen Tragödie er zeigt nicht nur, was mit den
Doors geschehen ist, sondern auch, was mit Amerika geschehen ist.
Ich möchte, daß der Film spirituell, transzendent, psychologisch,
psychedelisch und verdammter Rock 'n' Roll ist."
Co-Produzent Bill Graham, in dessen berühmten
Auditorien Winterland und Fillmore die bekanntesten Bands der sechziger
Jahre auftraten, hofft auf einen Lobgesang auf diese Ära. "Diese
Zeit war einzigartig. Es war eine Zeit blinder Hoffnung. Offensichtlich
waren nicht genügend Leute da, um eine Veränderung herbeizuführen,
aber es gab eine bedeutende Anzahl an Leuten, die sagten: 'Was läuft
schief mit dieser Welt?'"
Für Stone ist der Morrison-Film eine Fortsetzung
seiner cineastischen Reise durch die turbulente Landschaft der sechziger
Jahre. Nur erkundet er diesesmal die andere Seite von Geboren
am 4. Juli einem Film, der auf der Autobiographie von Ron
Kovic basiert. "Mit diesem Film stelle ich die andere Seite der
sechziger Jahre dar," sagt Stone. "Ron entschied sich für das Militärleben,
Jim dachte nicht daran. Ron war ein Eagle Scout. Jim Morrison war
kein Eagle Scout. Er war ein böser Junge der Rebell.
Für manche ist der Rebell, der gepeinigte Poet,
zum Gott geworden, zu einem modernen Dionysois. Es überrascht nicht,
daß die Mythologisierung Morrisons im Tandem mit der Wiederentdeckung
der Doors erfolgte. Diese wurde im Jahre 1978 durch AN AMERICAN
PRAYER losgetreten, einem Album, auf dem Jim Morrison Gedichte liest,
die 1970 aufgenommen wurden, und von neuen Instrumentalaufnahmen
der Doors begleitet wird. Ein Jahr später wurde der beklemmende
Doors-Song The End für die Anfangsszene von Francis Coppolas
epischem Vietnam-Film Apocalypse Now verwendet. Dann kam
der kontroverse 1980er Wälzer Keiner kommt hier lebend raus.
Ein Jahr darauf wurde das Video The Doors: A Tribute To Jim Morrison
im Kabelfernsehen gezeigt. Im September 1981 verkündete die Zeitschrift
Rolling Stone mit einem Cover, das ihr berühmtestes werden sollte,
Doorsmanie: Jim Morrison als Coverboy und die Schlagzeile: "Er ist
heiß, er ist sexy und er ist tot."
Danny Sugerman war 13 als er begann, im Büro
der Doors herumzuhängen. Schließlich wurde er beauftragt, die Fan-Post
zu beantworten und Presseberichte zu sammeln. Später, nach Morrisons
Tod und der Auflösung der Doors, wurde er Manzareks Manager. Auch
wurde er Co-Autor der Biographie Keiner kommt hier lebend raus
und gab ihr den Anschein, sie würde von einem Doors-Insider stammen.
Seit ihrer Publikation hat die Biographie die Morrison-Lager buchstäblich
gespalten. Denn letztendlich geht sie kaum auf Jim Morrisons gute
Seiten ein, und Pamela Courson, Morrisons langjährige Freundin,
kam auch nicht als vorbildliches amerikanisches Mädchen davon.
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