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Robby Krieger: Light My Fire war der erste Song, den ich jemals geschrieben habe. Ich versuchte, Hey Joe zu imitieren. Jim sagte, daß wir alle ein paar Songs schreiben sollen, denn er hatte es satt, alle Songs selbst schreiben zu müssen. Ich wußte, daß es sehr schwer sein würde, mit Jims Songs zu konkurrieren, deshalb überlegte ich mir: "Okay, gibt es etwas universelleres als die Elemente Erde, Luft, Feuer, Wasser?" Und ich nahm 'Feuer', weil mir der Song Play With Fire gefiel. Dann spielte ich eine Weile mit den Akkorden von Hey Joe herum und Light My Fire kam dabei heraus.

Ray Manzarek: Robby initiierte Light My Fire. Er hatte die Akkordwechsel und eine Strophe, sowie den Refrain. Es war ein typischer Doors-Song, zu dem jeder etwas beigetragen hat.

Robby Krieger: Die Orgeleinleitung war Rays Idee – die war echt genial, Jim half ein bißchen mit zusätzlichem Text aus – er schrieb so ziemlich die ganze zweite Strophe, und der Rhythmus war Johns Idee.

Anmerkung: Laut John Densmore stammt die erste Zeile der zweiten Strophe ("The time to hesitate is through") von Robby Krieger, die restlichen drei Zeilen ("No time to wallow in the mire / Try now, we can only lose / And our love become a funeral pyre") von Jim Morrison. In Jim Morrisons erstem Songtext-Notizbuch, das er Ende Juni 1965 zu schreiben begann, befindet sich auf den Seiten 93 und 94 aber auch noch ein Text mit dem Titel Time To Set The Night On Fire, der mit folgenden Zeilen beginnt: "Try to set the night on fire / Try to set the night on fire / Try to ignite / The carnival lights / Try to set the night on fire" (Versuche, die Nacht zu entflammen / Versuche, die Nacht zu entflammen / Versuche, die Karnevalslichter / zu entzünden / Versuche, die Nacht zu entflammen). Es läßt sich also auch ein Teil des Refrains von Light My Fire auf Jim Morrison zurückführen.

Ray Manzarek: Robby kam eines Tages zu den Proben und sagte: "Hey, ich hab da diesen Song, Light My Fire." Es war im wesentlichen eine Art Folkrocksong am Anfang. Er begann, ihn zu spielen, und John schlug einen lateinamerikanischen Rhythmus während der ersten Strophe. Und beim Refrain gingen wir in einen reinen Rockrhythmus über. Dann sagte Jim: "Wir brauchen noch eine zweite Strophe, ich hab da was – 'Our love become a funeral pyre...'" So war der Song zunächst also nur etwa drei Minuten lang. Ich sagte: "Wir haben zwei Refrains und zwei Strophen, nun brauchen wir ein Solo. Laßt uns das Ganze ausdehnen." Dies erinnert ziemlich stark an John Coltranes Version von My Favorite Things und deshalb sagte John: "Laßt uns hier einen Dreivierteltakt spielen." Ich sagte: "Wie sollen wir diesen Song beginnen? Wir brauchen eine Einleitung. Okay, verschwindet alle mal für 15 Minuten aus dem Zimmer und laßt mich darüber nachdenken." Und ich klimperte etwa fünf Minuten lang herum und meine Finger fielen einfach auf die richtigen Tasten. Es grenzte an Zauberei. Als die anderen wieder hereinkamen, sagte ich: "Hört euch das an – G, D, F, B, Es, As." Es war ein Quintenzirkel. Dann spielten wir A-Dur, dann a-moll und dann begann John mit dem lateinamerikanischen Rhythmus. Und das war's. Der Song entstand an einem einzigen sonnigen Nachmittag. Manche Songs brauchten sechs oder acht Monate, bis sie fertig waren, aber andere, wie Light My Fire, entstanden spontan.
    Kein Bassist würde so spielen wollen, wie ich auf dem Piano-Bass spielte. Es war einfach zu hypnotisch. Immer und immer wieder die gleiche Bassfigur. Das ganze Solo in Light My Fire hat praktisch immer dieselbe Bassfigur. A-moll3 nach h-moll3, hin und her. Aber es ist großartig, mit der rechten Hand ein Solo zu spielen. Die linke Hand hält nur den Rhythmus. Aber für einen Bassisten wäre es schrecklich, so spielen zu müssen.

 
     
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